#1 Smilla, Tornjak-Mix von J. Rosenkranz 28.09.2012 07:16

avatar

Smilla , Tornjak-Mix,geb. 2007, weiblich , kastriert , ca.65 cm



Wenn wir Smilla vorstellen sind die Leute fasziniert. Sie ist eine sehr hübsche und ruhige Hündin, die sozial verträglich mit allen Hunden agiert, gut erzogen ist und sehr gerne Auto fährt . Gegenüber Katzen zeigt sie sich uninteressiert und gegenüber Huftieren verhält sie sich ruhig . Was also ist das Probelm ? Warum sitzt Smilla schon seit knapp 3 Jahren hier auf dem Hof der ProtecTier e.V. ?

Smillas Geschichte begann irgendwo in Jugoslawien wo sie von einem deutschen Pärchen als Welpe entdeckt und sofort ins Herz geschlossen wurde. Es ist davon auszugehen, das sie zu einem Bauernhof oder ähnlichem gehörte und der Besitzer zwar nicht viel Zeit und Geld in die Hunde investierte sie aber immerhin gut sozialisiert und mit ausreichend Nahrung versorgt hat.

Smilla wurde also als Urlaubsmitbringsel von Jugoslawien nach Deutschland in die Nähe von Reichelsheim importiert und verlebte dort in der Familie eine glückliche Jugend. Dann allerdings wurde sie geschlechtsreif und ihre Genetik begann zu greifen . Smilla war arbeitslos. Ihre Familie freute sich über einen gut erzogenen , netten Hund- nur das allein war Smilla nicht genug. Irgendwas sagte ihr, das es mehr geben musste und dieses Gefühl machte sie zunehmend unsicher und frustrierte sie über alle Maße . Sie hatte keine Lust mehr sie nette, liebe ruhige zu sein . Ihrem Frust machte sie Luft indem sie die Familie in Schach hielt und im eigenen Haus begrenzte.

Und während sich der Hofbesitzer in Jugoslawien mit dem „Vermittlungsgeld“ einen schönen Abend macht, sah man in Deutschland, Reichelsheim einer ungewissen Zukunft mit dem neuen Familienmitglied entgegen .

Smilla musste Arbeit finden und so begann sie mit dem Naheliegenden- ihrer „Herde“ -der mittlerweile ihr gegenüber eher vorsichtigen Familie. Smilla erkannte hier eine unsichere Schar die man gut zusammen halten und denen man nichts durchgehen lassen durfte . Sie übernahm unbemerkt das Regiment im Hause und entschied fortan wer sich wo aufzuhalten hatte und wer sich ihr nähern durfte.

Für viele Leute klingt diese Geschichte, angesichts der Tatsache das Smilla während meiner Erzählung friedlich neben mir liegt und döst mehr als unglaublich ...und doch ist es so.

Die Familie entschloss sich schweren Herzens dazu Smilla in ein Tierheim abzugeben – konnte sich doch keiner ihren „plötzlichen“ Sinneswandel erklären - und überhaupt was war schon ein Tornjak?

So landete Smilla bei Tiere in Not Odenwald . Einem herausragenden Tierheim ,welches die Gruppenhaltung von Hunden propagiert und im Alltag auch nahezu perfekt lebt.Das Tierheim arbeitet außerdem mit CANIS einem Ausbildungszentrum für Hundetrainer zusammen was grade die Aufnahme von schwierigen Hunden erlaubt und möglich macht.

Ich lernte Smilla dort im Zuge meiner Ausbildung auch kennen und traf auf eine nette, aufgeschlossene Hündin welche zur Futteraggression neigte . „Nah wenn das alles ist“, dachten sich meine Studiengruppe und ich und so kam es , das Smilla schon bald bei einer angehenden Hundetrainerin ein zu Hause fand .

Wir Studenten kannten uns untereinander und ich hatte bereits damals den Ruf mich gerne um die Hunde zu kümmern, die auf Grund von Problemen im Aggressionsbereich ,keine Chance auf Vermittlung haben. Und so kam es das meine Kollehin mich eines Tages anrief und mir berichtete , das es mit Smilla und ihr alles andere als gut lief . Sie wohnte damals mit ihrer Scfhäferhündin und Smilla in einer Etagenwohnung , und es sei öfter vorgekommen , dass Smilla im recht engen Hausflur Leute gestellt habe. Auch sei sie Territorial aggressiv- bewache Küche, Couch und Sessel und habe in der Nacht zugebissen , als meine Kollegin durch ihre eigene Wohnung lief. Eine Situation die ganz schön an den Nerven meiner Kollegin zerrte und so sagte ich ihr zu Smilla bei mir aufzunehmen und in die Gruppe zu integrieren .

Smilla verhielt sich auch bei mir die erste Zeit sehr unauffällig und machte keinerlei Anstallten irgendwelche Dinge in Besitz zu nehmen . Nach einer Weile aber begann sie sich gegenüber den anderen Hunden durchzusetzen (wobei angemerkt sei , das sie niemals größere Beissereien oder Verletzungen verursacht hat -ganz im Gegenteil – sie droht sehr klar und lange bevor sie via in die Luft Schnappen doch an den Knochen eines anderen kommt, oder wieder mehr Platz auf dem Liegebrett in der Sonne hat). Und Schlussendlich versperrte sie mir mit einer massiven Drohgeste (Zähnezeigen , knurren , in die Luft schnappen) den Weg in die Küche . Der Tag auf den ich gewartet hatte – er war gekommen .

Ich ging gar nicht weiter auf Smillas Getue ein , wusste ich doch das sie sich eh nur behaupten wollte und zufrieden war sobald ich mich entfernte . Genau das tat ich auch. Nicht aber um ihrem Willen folge zu leisten sondern um den bereits zurechtgelegten Blechnapf zu holen der ihr kurze Zeit darauf ,laut scheppernd vor die Füße flog .Smilla entgleisten die Gesichtszüge und aus dem keifenden Gesicht wurde ein Eulen ähnliches eher besorgtes drein-blicken. Sie schaute mich an, ich stand recht entspannt da und rief sie her . Smilla kam sofort und liess sich streicheln . Ich hab sie dann ein paar Schritte mit raus in den Hof genommen mit ihr rum-gealbert, mich dann abgewandt und bin in die Küche gegangen. Smilla interessierte dies überhaupt nicht . Natürlich hatte ich diese Situation noch ein paar mal . Doch schon bald reichte es wenn ich Smilla einfach herrief wenn sie mal wieder der Meinung war etwas gehöre ihr.

Dazu ist wichtig zu wissen , das Smilla sich dieses Verhalten angeeignet hat ,weil ihre Herdenschutzhund-Seite ihr hier und da sagt das sie eine Aufgabe braucht und Smilla sich auf diesem Pfad sehr unsicher bewegt, da man ihr nie eine Anweisung gegeben hat was sie machen soll. So ist Smilla auch eher erleichtert wenn man sie aus ihrer Manie herausholt , Gegenstände etc. zu bewachen .In Jugoslawien wäre ihr Leben als Hofhund wohl sehr simpel aber dafür auch für sie durchschaubar und weniger frustrierend gewesen . Hof bewachen , Futter suchen und eine ordentliche Position unter den anderen Hofhunden ergattern. So lässt sich schnell vermuten , das Smilla mit dem Dasein als Haus und Familienmitglied sehr schnell überfordert ist, da sie versucht das Hofleben was für sie vorgesehen war in einer Familie zu integrieren.

Dennoch kann sie einiges leisten und ist, nur weil sie nicht in jede 0815 Standard Familie passt nicht verloren . Smilla braucht Menschen , die ihren Hund nicht ständig zum Mittelpunkt ihres Lebens machen und sie auch einfach mal im Hof oder im Garten mit einem Knochen oder einem weiteren Hund in Ruhe lassen können . Wo Smilla ins Haus kommen kann und sich nicht immer in dem Raum aufhalten muss wo man selbst auch ist . Smilla sucht auch von sich aus Nähe und braucht dann Menschen die sie dann unvoreingenommen streicheln oder eben auch wegschicken wenn es grade nicht passt . Smilla will und kann nicht im emotionalen Mittelpunkt stehen da sie das zu sehr aufwühlt und verwirrt .

Sie begleitet mich gerne und folgsam auf jede Tour und jede Wanderung. Smilla ist ein Hund mit dem man toll und entspannt laufen kann . Sie ist sehr gut abrufbar und muss weder hinter Rehen noch hinter Joggern her jagen . Sie spielt gerne mit anderen Hu8nden die uns begegnen , rennt aber nicht einfach hin .

Man kann Smilla gut erziehen und ihr Kommandos geben die sie gern befolgt. Sie schwimmt sehr gerne und ist an allerhand Aktivitäten wie Fährtensuche , Agility etc. interessiert.

Somit wünschen wir uns für sie eher robuste Leute die was mit dem Begriff Herdenschutzhund anfangen können einen Hof oder eingezäunten Garten besitzen und einen tollen Begleiter zu ihrem Hund suchen.

Kontakt:
Vanessa Bokr
Tel. 0170 5321894

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz