Am Samstag den 25.8.2007 wurde in Norddeutschland eine Kangalzucht durch das Veterinäramt gestoppt. Seit einigen Jahren stand ein Kangalzüchter immer wieder im Brennpunkt der Behörde. Die Vermehrung von Hunden der Rasse Kangal hatte ein gigantisches Ausmaß angenommen. Was in der Vergangenheit als Hobbyzucht mit Herzblut angefangen hatte ist zu einer Kangalfabrik ausgewachsen.
Leider sind dabei die Haltungsbedingungen für die Tiere im gleichen Maße schlechter geworden. Das Veterinäramt machte Auflagen, um die Missstände abzubauen. Doch durch die mangelnde Nachfrage an Kangal war inzwischen kein Geld mehr vorhanden, diese zu erfüllen. Inzwischen war der Tierbestand auf mehr als 120 Kangal angewachsen und auf Grund von Geldmangel konnten die Tiere nicht einmal mehr regelmäßig gefüttert werden. Laktierende Hündinnen fraßen ihre Welpen, da sie Hunger hatten. Krankheiten breiteten sich auf dem Hof aus. Die Hunde kämpften um ein Stückchen Futter. Die verantwortliche Züchterin sah sich außer Stande dagegen anzuarbeiten und gleichzeitig die Versorgung der Tiere zu gewährleisten. Ihr auf dem Hof verbliebener Ex-Lebensgefährte sagte zu, die Hunde allein zu versorgen. Entsprechend der nicht zu bewältigenden Aufgaben sahen dann die Umstände vor Ort aus.
Liebhaber der Rasse Kangal haben sich zusammengeschlossen und in einer bundesweiten Aktion mehr als zwei Drittel des Bestandes in privaten Tierheimen und Pflegestellen untergebracht. Das Veterinäramt Diepholz hat mit seinen kompetenten Mitarbeitern und der Bereitschaft zur Kooperation mit privaten Vereinen bewiesen, dass Missstände nur unter der Mithilfe aller abgeschafft werden können.
Der Hilferuf von E. v. Buchwaldt und Herdenschutzhund-Servce e.V. wurde von vielen gehört und folgende Vereine und Personen haben in unermüdlicher Arbeit unter schwersten Bedingungen geholfen:
* Der Verein Kangal & Co. Hilfe für türkische Herdenschutzhunde e. V., der Fahrzeuge anmietete und Freiwillige gefunden hat, die mehr als 1.500 km gefahren sind, um Tiere auf die entsprechenden Pflegestellen zu bringen * Der Verein Tierschutzliga e.V., die Material stellten sowie Tiere aufgenommen haben * Der Tierschutzverein Sulingen mit seinen Mitarbeitern, die im Vorfeld bereits Futter und Decken gesammelt haben. * Der Verein Weiße Pfoten , der sich rührend um trächtige Hündinnen kümmern wird * Tierpension Grimm, die tatkräftig beim Chippen der Hunde und Einfangen der Tiere geholfen haben., sowie auch Tiere zu einem Spezialpreis aufgenommen haben. * Liebhaber und Freunde rund um die Podhalaner haben in ihrem unermüdlich Einsatz die Helfer vor Ort mit Nahrung und Getränken versorgt und mit Material für die Hunde. Sie waren Tag und Nacht bei der Organisation behilflich. Selbst aus Holland war man angereist. * Eine Gruppe türkischer Landsleute um Huso und Boris, die es ich nicht haben nehmen lassen, ihren Nationalhunden zu helfen. Sie sind dabei mehr als 24 Stunden auf den Beinen gewesen um zu beweisen, dass sie ein Herz für Tiere haben. * Das Veterinäramt Diepholz mit der Bereitschaft zur Räumung an einem Wochenende * Der Polizei des Landkreises, die eine Extraschicht eingelegt hat, um eine eskalationsfreie Übernahme zu sichern. * Viele Freunde und Bekannte, die im Hintergrund Aufgaben übernommen haben, die wichtig waren.
Leider mussten einige Tiere zurück gelassen werden, da nicht genügend Pflegestellen vorhanden sind. Sie sind unter dem Schutz des Veterinäramtes und des Vereins Herdenschutzhund–Service e.V.. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Vereins befindet sich vor Ort und gewährleistet die ordnungsgemäße Versorgung der verbliebenen Tiere bis sich weitere Pflegestellen anbieten. Auch diese Tiere müssen noch herausgeholt werden.
Der Verein Herdenschutzhund-Service e. V. bedankt sich bei allen Helfern und Aktiven bei der Aktion Kangal. Die Auflage zur absoluten Verschwiegenheit wurde von allen Helfern bis zum Aktions-Termin eingehalten. Wir sind überwältigt gewesen von den vielen Freiwilligen, die vor Ort waren und geduldig auf ihren Einsatz warteten. Weiterhin danken wir allen für den eskalationsfreien Ablauf der Aktion .Wir sind stolz darauf solche Menschen zu kennen!!
Nachfolgend ein Bericht und Fotos von Elisabeth v. Buchwaldt zur durchgeführten Aktion:
Aus eine kleine Kangalzucht entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Kangalwelpen Masseproduktion, ein sogennanter "Puppy Mill".Die Nachfrage nach diese Hunde war sehr groß, vor allem unter der türkische Bevölkerung.Es kammen mehr und mehr Kangals in Not aus dieser Zucht. Durch persönliche, finanzielle und gesundheitliche Probleme,hatte der Züchter kein überblick mehr über sein Zuchtbestand. Er war in jede Hinsicht absolut überfordert.Die Hunde bekammen nur noch sehr unregelmässig Futter, kaum Pflege oder Zuwendung, geschweige denn tierärtzliche Betreuung. Krankheiten machten sich breit. Hündinnen töteten aus Verzweiflung ihre eigene Welpen, Kämpfe durch Hunger und Stress waren an der Tagesordnung. Es musste was passieren um diese Hunde zu helfen.Ich bin eine Person der Taten und weniger der Worte. Eleonore hat Mut und Entschlossenheit. Ein gutes, tatkräftiger Team in Sache Kangal. Nach lange sorgfältige Planung und stillschweigende Organisation, war der Tag unseren Einsatz endlich gekommen.Es gab natürlich grosse logistische Probleme zu lösen,und an diese Stelle möchte ich mich vom Herzen an Jutta und Gerard bedanken, die Mitglieder ihres Verein vor allem Gerard und Petra, Jac, Silvie und Achim, Boris und Hüseyn (Huso)den Transport von unzählige Hunde auf sich nahmen, lange Fahrten,Zeit und Kosten nicht scheuten und unermüdlich halfen.Es war ein überwältigender Gefühl der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Wir werden es niemals vergessen! Die Zukunft dieser viele Hunde liegt jetzt in unsere alle Verantwortung. Bei alle diejenen die Kangals lieben und sie in eine besseres Leben helfen wollen.Eleonore hat ein rundschreiben verfasst,der unter "Vereinsprojekte" gespeichert ist. Wie immer sind Bilder für mich eloquenter als viele Wörter, obwohl ich nicht allzu viel Zeit hatte zu fotografieren. Danke nochmals an Euch allem.
Elisabeth
Polizei und Amtveterinär sicherten zuerst den Ort unseres Einsatz.
Wie wir die Hunde vorfanden. Die Vorzeige Hunde waren allerdings in gutem Zustand.
Wir sind nicht ganz im Standard, aber bitte, nehm uns trotzdem mit!
vergiss mich bitte nicht!
Danke
Zuerst mussten alle Hunde ein Microchip bekommen, dann wurden sie fotografiert und in den Behörde BÜcher eingetragen
Tierschuz und vet Amt
Lagebesprechung
Der Abtransport, nicht immer so einfach!
starke männer waren gefragt. Die Hunde kannten weder Halsband noch Leine!
Die Polizei: Kangalfreund und Helfer
Die Transportkisten werden verladen
Geschafft!!!
Geschafft!
Geschaft!
Bei Eleonore, die neue Pflegestelle für viele Hunde.
Wir denken, es ist an der Zeit, einen kleinen Zwischenbericht zur Situation zu geben.
Nach dem immensen Arbeitsaufwand der letzten Tage stehen nun Abgabebedingungen und die Auswahl der Hunde fest und es kann zügig an deren Vermittlung weitergearbeitet werden. Das Team von Herdenschutzhund - Service ( http://www.herdenschutzhund-service.de ) um Eleonore Rösner und die zahlreichen involvierten Helfer haben ganze Arbeit geleistet, denn diese Aktion ist bezüglich ihres Ausmasses und der Logistik einzigartig.
Besonders erfreulich ist die große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft unter den Kangal - Freunden, auch über Ländergrenzen hinweg. Es wurde hier ein Beispiel gegeben, wie durch entschlossenes Handeln und koordinierte Zusammenarbeit etwas erreicht werden konnte, was jahrelang als nicht realisierbar galt. So kam beispielsweise die Zusage einer beträchtlichen Summe aus dem niederländischen Forum von http://www.kangaldogs.nl. Das macht Mut und gibt Zuversicht für die Zukunft.
Allerdings soll es auch nicht unerwähnt bleiben, daß in manchen Forengemeinschaften die persönliche Profilierung bzw. private Befindlichkeiten über dem Wohl der Tiere zu stehen scheinen. So wurde z.B. den Mitgliedern eines deutschen Forums (Die Nennung des Namens wurde uns unter Androhung von gerichtlichen Konsequenzen verboten und wir sind der Meinung, daß wir unsere Resourcen besser einsetzen können, als für einen eventuellen Rechtsstreit) der Link zum Bericht und den Fotos von Elisabeth von Buchwaldt verweigert, da hierin der Name unseres Vereins erwähnt wurde, welchen man "nicht zu unterstützen gedenkt". Wir können so ein Verhalten absolut nicht nachvollziehen und dies blieb glücklicherweise die Ausnahme.
Innerhalb einer Woche wurde viel erreicht, aber die Aktion muß weiter gehen. Sie muß so lange am Leben erhalten werden, bis auch der letzte Kangal aus Twistringen ein anständiges Zuhause gefunden hat. Wir rufen daher auf, auch weiterhin diese Aktion zu unterstützen - die Hunde haben es verdient!
Kangal & Co. Hilfe für türkische Herdenschutzhunde e.V.
Liebes Team von Kangal Dog, vielen Dank für die super Backstage Arbeit bei der Zuchtauflösung in Twistringen. Es hat mich sehr gerührt, dass der Aufruf von Elisabeth v. Buchwaldt und unserem Verein so viele erreicht hat. Ein großer Teil der Hunde sind auf Pflegestellen verbracht und erholen sich vom Stress einer Massenzucht. Bisher haben wir auf unserer Pflegestation erst eine trächtige Hündin ausmachen können, ist aber noch nicht 100% sicher. (wir hoffen, dass es die einzige ist) Auch sind wir berührt von den vielen Menschen , die durch die Presse aufmerksam geworden sind und helfen wollen. Aber eine Pflegestelle in einer 3 Zimmer- Wohnung geht für diese Hunde wirklich nicht. Die Hunde Sie sind noch nicht einmal ein Halsband gewohnt, geschweige denn stubenrein oder leinenführig. Sie zerlegen im Augenblick auf unserer Pflegestation das gesamte Haus, angefangen von Heizkörpern über Fenster und Türen. Ein Blockhaus, das eigens für diese Hunde gekauft und aufgestellt wurde ist auch schon hinüber. Die Hunde heulen nachts ud bellen beim kleinsten Geräusch. Wer das ertragen will und kann, ist herzlich willkommen. Aber bitte keine Schadensersatzansprüche über ein zerfetztes Sofa oder ähnliches.
Nur wer wirklich über die entsprechenden Haltungsdbedingungen verfügt möge sich melden. Auch haben wir täglich bis zu hundert Anrufe von Menschen, die erst ihre Geschichte von geretteten Hunden aus Spanien erzählen bis sie zum Kern kommen. Sie wollen einen Welpen zur Pflege oder günstig einen übernehmen. Für diese anrufer haben wir keine Zeit. Diese Menschen haben sicher ein großes Herz, aber wir müssen ihnen aus Zeitgründen vor den Kopf stoßen, denn wir wünschen eine artgerechte Unterbringung dieser Hunde.
Man möge mir auch verzeihen, dass ich nach dem 80 sten Anruf in dieser Richtung einfach unterbreche und etwas ungehalten werde, denn ein Welpe ist immer sehr süß. Nur bringt es dem Tier nichts wenn es von seinen Geschwistern getrennt wird.
Dringende Hilfe brauchen die alten und kranken Hunde. So hat Klaus Schaper sich spontan bereit erklärt die alte Bodschi zu sich zu holen. Das hilft!!
In Twistringen befindet sich noch ein entzückender Rüde ca. 11 Monate, der offensichtlich ein Problem mit den Hüften hat. An ihn denke ich immer wieder.
Außerdem ein sehr lieber Rüde, ca 5-6 Jahre alt, der einfach nur traurig gewinselt hat, weil er noch nicht mitgenommen wurde.
In einem versteckten Gehege befindet sich noch 1 Rüde (sehr kletterfreudig) und drei sehr abgemagerte Hündinnen, wobei eine Hündin extreme Verformungen an der Wirbelsäule durch Mangelernährung hat.
Diese Hunde gehen mir nicht aus dem Kopf, ich träume von ihnen und hoffe auf mitfühlende Menschen.
Insgesamt haben wir aus Twistringen nur 14 Welpen mitgenommen da, der Rest sind Erwachsene bzw. Junghunde. Meist sind es Hündinnen, da die Rüden alle schon im Welpenalter wahllos verkauft wurden und sicherlich der eine oder andere wieder bei uns in der Nothilfe landet.
Wir werden ab morgen auf unserer Homepage die bereits von unserem Tierarzt gecheckten Hunde einstellen, damit sie schnell ein Zuhause finden. Jutta wird die Vorkontrollen für unsere Adressenliste arrangieren ud dabei sicher so effektiv und schnell sein, wie bei der Fahrzeugbeschaffung. Wir haben dem Tierheim in Berheim ( zwischen Köln und Aachen) vier Hunde übereignet, da sie sich mit Kangal auskennen. Falls einer der Lesenden Jemanden kennt so möge er Interessenten aus der Nähe nach Bergheim schicken, damit die Hunde schnell vermittelt werden. Dort sind zwei Hündinnen und zwei von den "seltenen schwarzen Kangal" Rüden. ( Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eine Mischung aus Akabash und Do Khy) 2 weibliche Welpen von 12 Wochen befinden sich bei Peter Fuchs auf Pflege in der tiefsten Eifel. Die meisten Hunde sind in unserer Umgebung gelandet und werden von dort aus vermittelt.
Bitte lasst nicht nach und helft weiter wie bisher. Die Hunde sind zwar fast alle in Sicherheit aber brauchen uns sicherlich noch einige Zeit.
Um eventuellen Spekulationen von Geschäftemacherei unsererseits vorzubeugen sei gesagt, dass der Tierarzt fast täglich bei uns ist. Die Hunde sind alle durch uns entwurmt und geimpft und ein Impfpass musste ausgestellt werden. Einige Bluttest müssen gemacht werden, da die Hunde ins Ausland vermittelt werden. Einige Hündinnen ( ab 2,5 bis 3 Jahre) müssen kastriert werden. Andere müssen geröngt werden usw. Weiterhin werden zur Zeit noch Kotproben genommen, um festzustellen ob weitere Krankheiten vorhanden sind. Bei einer Schutzgebühr von 250,00 Euro für eine erwachsenes Tier und 300,00 Euro bleibt da nichts übrig geschweige denn wir bereichern uns daran. Futter haben wir reichlich gespendet bekommen, müssen lediglich die Ergänzungsmittel für die bedürftigen Tiere, insbesondere Welpen kaufen.
Das war ein kleiner Bericht aus Deutschhorst zur Info an alle. Nochmals ein fettes Danke an alle Helfer
Am Samstag den 8.09.2007 konnten endlich die letzten Hunde aus der "Zuchstätte " herausgeholt werden.
Die verantwortliche Züchterin zeigt sich wenig einsichtig und behauptet inzwischen gegenüber den Pflegestellen, die auch gleichzeitig Vermittlungsstelle sind, die Hunde seien ihr Eigentum und wären von ihr immer gut versorgt worden. Sie habe jeden einzelnen Hund geliebt.
Wir zeigen hier die Bilder von der Hündin Wölfchen, die wir am Samstag den 8.09.07 herausgeholt haben. Sie mußte am Sonntag sofort zum Tierarzt, da ihr HotSpot bisher nicht behandelt wurde. Wölfchen leidet unter stechenden und gleichzeitig juckenden Stellen und das sicherlich nicht erst seit Samstag. Sie versucht sich am Rücken zu kratzen und schreit dabei jämmerlich.
Ist Wölfchen der Beweis von Liebe zu den Tieren?
Gleichzeitig ist es wenig hifreich, wenn die "Züchterin" vorgeschobene Interessenten anrufen lässt. Was die Gründe hierfür sind steht in den Sternen. Wir wissen, dass diese Interessenten uns die Zeit stehlen um die Tiere zu versorgen. Die Pflegestellen bemühen sich die Hunde, die bisher in einem Zwinger oder Gehege gelebt haben mühsam an an Halsband und an eine Leine zu gewöhnen und haben auch keine Lust sich die Ausreden der "Züchterin " über den Zustand der Hunde anzuhören.
Weiterhin hat die besagte "Züchterin" ihre Mithilfe zur genauen Identifizierung der Hunde nur begrenzt und nicht eben zeitnah erfüllt. Zugesagte Impfpässe wurden nämlich nicht wie vereinbart an uns übergeben, sondern angeblich verbrannt. Somit müssen wir alle Tiere erneut impfen und die entsprechenden Impfpässe neu ausstellen lassen. Das kostet Zeit , die wir für die Vermittlung der Hunde brauchen, abgesehen von den Kosten für die Impfausweise.
Ist das auch die vermeintliche Liebe zu den Tieren, die dadurch unnötig lange auf ihre Vermittlung warten müssen?
Wir bitten alle Menschen, die sich für einen Kangal aus dieser "Zuchtstätte " interessieren oder sich eventuell schon bei uns gemeldet haben um ein wenig Geduld. Wir arbeiten mit Hochdruck daran klare Aussagen zum Alter, Namen und Gesundheitszustand der Hunde machen zu können.
Die Homepage von Herdenschutzhund-Service e. V. und Kangal & Co wird in den nächsten Tagen mit den identifizierten Hunden aktualisiert.
Viele Leser fragen sich sicherlich immer wieder: Was ist aus den Hunden geworden? Wie sieht es aus auf der Pflegestation?
Nachdem wir einige Zeit brauchten, um die Hunde medizinisch zu versorgen und chipmäßig zu erfassen, blickten wir nach ca. 4-5 Wochen langsam durch, wer wo ist und wie wer nach den Unterlagen vom Veterinäramt heißen könnte. Nun ist ein wenig Ruhe und auch Routine eingekehrt. Das bedeutet nicht, dass wir nichts mehr zu tun haben, aber es ist inzwischen nur noch ein 12 bis 14 Stunden Tag geworden.
Dank der fleißigen Vorkontrolleure von Verein Kangal & Co. e. V. und der zügigen Rückmeldungen konnten viele Hunde recht schnell an ihre neuen Besitze übergeben werden. Leider handelte es sich hauptsächlich um die jüngeren Tiere aber jeder Tropfen zählt.
Elisabeth v. Buchwald ist die Spezialistin für das Ausland und hat sich um die älteren Hunde gekümmert und wie alle im Forum http://www.Kangal-dog.de lesen können haben es alle Hunde sehr gut getroffen. Speziell die Vermittllung von Buma und Jana erfreut insbesondere mich sehr. Die beiden waren mir sehr ans Herz gewachsen und der Abschied am Flughafen in Hamburg fiel mir sehr schwer. Jana speichelte schon während der Fahrt so stark, dass ich mich sehr sorgte, ob sie den Transport gut übersteht. Aber als ob beide Hunde gewusst haben, dass es nun in die unendliche Weite von Kanada geht und nur noch einige Flugstunden zu überstehen sind, haben sie den Transport super gemeistert. Die neue Familie ist hin und weg von den tollen Hunden. Dank Elisabeths Vorsorge und dem Hang zur "Übergröße" hatten beide riesige Transportkisten, wo ich locker als blinder Passagier hätte mitfliegen können, ohne die Hunde zu bedrängen. Die Jungs vom Zoll beobachten mich doch immer sehr genau, damit ich nicht mit in die Kiste krieche.
Klein Fatboy, der jetzt Aslan heißt ist auch am selben Tag gereist aber ein junger Hund gewöhnt sich ja bekanntlich schneller an neue Situationen. Er fühlt sich ob seine Langmutes überall wohl und seine neuen Besitzer haben viel Freude an ihm.
Eine weitere erfreuliche Begebenheit war der Auszug von Taiga und Lara zusammen mit Saba. Der neue Besitzer ist mit allen drei Hunden nach Ungarn ausgewandert und bietet ihnen dort das Leben, das sie verdienen. Jutta von Kangal & Co. hatte diesen Interessenten herausgefiltert und ihn vorab beraten. Ihr Eindruck von dem Menschen Bora deckt sich auch mit unserem Eindruck und wieder haben wir gemeinsam einigen Tieren aus Twistringen geholfen.
Urana ist nach Polen gezogen, wo Ihre neuen Besitzer sich ein Gut gekauft haben. Sie werden vor Ort versuchen eventuell noch einigen Hunden ein neues Zuhause zu verschaffen, da sie nunmehr den Kangalvirus haben.
Eine weitere ältere Hündin ist in Polen auf der Pflegestelle geblieben. Die Dame dort hatte vor einem Jahr schon einen Hund von uns bekommen. Die Familie hat sich für die ältere Hündin entschieden, da sie die schlechteren Chancen auf Vermittlung hat. Das ist in meinen Augen vorbildlich.
Es wäre zu mühsam hier noch einmal alle glücklichen Kangalschicksale aufzuzählen, denn natürlich sind viele Hunde in Deutschland geblieben und erfreuen ihrer neuen Besitzer.
Wir wollen hier nur kurz aufzeichnen wie groß die weltweite Anteilnahme an den beschlagnahmten Kangal aus Twistringen ist.
Die beiden Hunde aus dem Tierheim Herne Wanne sind zu entzückenden Menschen nach Holland gezogen, ebenso wie der hübsche Mozes. Im Kangal Forum mehr zu Mozes und seinem neuen Frauchen.
Zwei Kangalmädchen, die vorher schon bei uns auf die Vermittlung warteten und ein Rüde aus Twistringen sind nun in Schweden und verrichten dort ihre Arbeit bei den Schafen und trotzdem mit vollem Familienanschluss.
Ein kleiner Rüde aus dem Wurf von Taiga ist nach Spanien gezogen und die Bilder von Flughafen sprechen für sich. Die neuen Besitzer haben in meiner Lieblingsstadt Barcelona ein Reisebüro und ratet mal für wen - Reisen für Hund und Mensch. Da war es ein Leichtes, mal eben rüber zukommen und Porthos persönlich in Düsseldorf am Flughafen zu übernehmen.
Weiteres Erfreuliches ist zu berichten über die Flut von Hilfsgütern, wie Futter, Decken und Medikamnete. Anfänglich glaubten wir in dem ganzen Material zu ersticken, aber inzwischen sind die Bestände merklich geschrumpft. So waren wir glücklich als Fau S. aus Hilden mit ihrer Familie ebensolche Hilfsgüter gesammelt und sie dann noch persönlich bei uns abgeliefert hat. Kangal Duman musste quer durch Deutschland mitfahren, um seinen Kangalkollegen diese Sache zu bringen. Aber ich denke er hat es gern getan.
Natürlich gibt es auch Unerfreuliches zu berichten. So ist die Hündin Senta trotz Not-OP zwei Tage nach einer komplizierten Geburt verstorben. Ihr Vermächtnis von 2 überlebenden Rüden haben wir in den Griff bekommen. Sie sind freche und stramme Flaschenkinder und nunmehr 3 Wochen alt. Ab nächster Woche werden sie von Oma Canan und Onkel Boris weiter betreut, damit sie Hunde werden und keine Menschenkinder.
Ein junger Rüde musste eingeschläfert werden, da er keine Hüftschalen besaß und nach wenigen Schritten immer umkippte. Dieser Schritt fiel besonders schwer, da es ein 7-monatiger hübscher Kerl war.
Der erst 1-jährige Rüde Miro ist auch ein schwieriger Fall. Er hatte einen nicht behandelten Bruch in der Schulter, der inzwischen völlig verwachsen ist und somit das Gelenk versteift ist. Der andere Vorderlauf ist im Laufe der Zeit zu lang geworden und wölbt sich nach außen. Aber er hat sehr viel Lebensmut und ist ein so drolliger Kerl, dass wir versuchen eine Lösung für ihn zu finden, damit er beschwerdefreier laufen kann.
Der Welpe Woltan mit nur 5 Monaten an einem Herzversagen mitten im Spiel verstorben. Er war bereits in seiner neuen Familie, die seinen Tod sehr betrauert. Woltan war unser Liebling, da er in einem sehr schlechten Zustand war als er beschlagnahmt wurde.
Ein besonders unerfreuliches Erlebnis ist es, wenn sich ein anderer Herdenschutzhundeverein sich nicht der normalen Nothunde annimmt und auf unseren Verein verweist. So geschehen vor 3 Wochen, als auf einem Schrottplatz ein verwahrlostes Kangalmädchen von 5 Jahren von einer Tierschützerin gerettet wurde. Leider verstand die Hündin sich nicht mit den vorhandenen Hunden und die Tierheime lehnten die Aufnahme ab, ebenso wie dieser Herdenschutzhundeverein. Die zweite Vorsitzende von diesem Verein hat die Tierschützerin sogar ausdrücklich auf Herdenschutzhund-Service e. V. verwiesen, da ihr Verein keinen Platz hat. Vielleicht sollte dieser Verein die Satzung ändern, da man sich ja nicht um Notfälle kümmert. Wir haben die Hündin in einer fachlich versierten Pflegestelle untergebracht, wo sie sozialisiert wird und wir übernehmen auch die Kosten dafür.
Ein weiteres unangenehmes Erlebnis erleben wir zur Zeit. Eine sich angebotene Pflegestelle (wahrscheinlich durch Frau G.S. instrumentalisiert) hatte zwei Hunde aufgenommen. Von Anfang an war uns klar, dass dieses eine nicht geeignete Pflegestelle ist. Statt den Hunden die medizinisch notwendige Versorgung, deren Kosten wir selbstverständlich übernommen hätten, zu gewährleisten, war es dieser Dame wichtiger sich in der Presse darzustellen. Mehrere Versuche die Hündin übergeben zu bekommen, schlugen fehl. Die weiße Hündin Lüle wurde nach Feststellung der Trächtigkeit fast in Panik auf eine von uns ausgewählte und fachlich versierte Stelle gebracht. Der Pflegevertrag wurde nicht unterzeichnet und um die verbliebene Hündin entsteht nun ein Rechtsstreit mit der Unterstützug eines Rechtsanwaltes M.-K. F. der in der Vergangenheit auch schon Frau G.S. in ihren Bemühungen unsere Arbeit schlecht zu machen unterstützt hat. Hier haben wir ein besonders hinterträchtiges Beispiel von persönlicher Bereicherung an fremden Eigentum, das zu Lasten eines Tieres geht. Wir verweisen auf den Mail-Verkehr mit der Pflegestelle im Forum bei Kangal-Dog.
Nun aber zu weiteren positiven Aussichten: Wir haben ab nächstem Wochenende nur noch 35 Hunde zu vermitteln. Leider sind es hauptsächlich ältere Hunde, aber mit der Unterstützung von Kangal & Co e.V. und Elisabeth v. Buchwaldt hoffen wir bis Weihnachten noch viele zu vermitteln. Die Bilder unserer Babys sind weitere Lichtblicke im Dschungel der menschlichen Abgründe.
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